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Thomas Ballhausen: In dunklen Gegenden

Wenn man ein Werk von Thomas Ballhausen liest, sieht man sich um ein weiteres um. So soll es ja auch sein!
Th. Ballhausen wurde 1975 in Wien geboren und studierte dort Vergleichende Literaturwissenschaft, Germanistik und Philosophie und arbeitet im Literaturhaus  Wien. Er erhielt den Reinhard-Priessnitz-Preis und den Holfeld-Tunzer-Preis u.a., ist seit 2012 ordentliches Mitglied der Europäsichen Akademie der Wissenschaften und Künste. 2015 erschien „Signaturen der Erinnerung“; 2016 „Gespenstersprache“; 2017 „Mit verstellter Sprache“. Zuletzt erschien sein spannender Gedichtband: „das Mädchen Parzival“ im Limbus Verlag Innsbruck.

Friedrich Hahn: Die Rahmenhandlung

Ein Existenzroman mit Spannung und doch Alltäglichem. Friedrich Hahn hat seinen Protagonisten Winfried in 45 Episoden durch das letzte Jahr vor der Pensionierung in seinem Geschäftsalltag begleitet und in die Seele geschaut. Winfried ist weder zimperlich noch unkreativ. Sein Rahmengeschäft geht zu Corona-Zeiten nicht besonders gut und er schaut ob er es mit neuen Verkaufsideen, Verschränkungen mit dem Repertoire der Buchhändlerin oder mit Einsparung seines Mitarbeiters wieder beleben kann.

Hg Wolfgang Kühn: Neue Literatur aus Österreich: auf tau chen

Wolfgang Kühn, der Mitbegründer/Mitherausgeber des DUM (seit 1922), das ultimative Magazin, Sänger  der Gruppe „Zur Wachauerin“, HG von CDs „aufhorchen“, „Vesselsky/Kühn: wauns amoi so aufaungt“ und „wia waun“. Außerdem Hans-Weigel-Literaturstipendiat des Landes NÖ 2018/19 ist der engagierte Herausgeber dieser Anthologie. Seine Song-Titel und Texte wie z.B.:“woidviertel am meer“ oder „im kölla“ usw. aus der ersteren (übrigens wirklich sehr empfehlenswerten!) CD nehmen schon das Thema des vorliegenden Bandes vorweg: Sichtweisen zu „Stadt-Land“. Und das natürlich gesellschaftskritisch und die jungen AutorInnen fördernd, wie es ja auch die LitGes vor allem im nächsten „etcetera Heft LitArena“ verwirklicht.

Robert Streibel: Krems. Das Ende der Verdrängung

Erinnerungskultur pur! Robert Streibel, geb. 1959 in Krems, ist ein großartiger Journalist und Autor. Er recherchiert nicht nur in allen öffentlichen Stellen, sondern fährt seit 1986 von England bis …Stalingrad …bis Jerusalem und …. um Fotos wie Berichte noch lebender Zeitzeugen zu bekommen. Sein Interesse gilt stets der Zeit des Nationalsozialismus, worüber er im Zuge seines Germanistik und Geschichtsstudiums dissertierte. Ohne seine Werke Krems 1939-45. Eine Geschichte von Anpassung, Verrat und Widerstand, 2014 oder April in Stein 2015 usw., müsste dieses Buch mehr als 512 Seiten aufweisen.

Maja Smotlak: Vom kleinen schwarzen Vogel und der weißen Vögelin

Abenteuer und Liebe: An einem schönen Herbsttag fliegt der kleine schwarze Vogel höher und höher und träumte davon, wie er einst die flaumigen weißen Wolken erreichen werde. Von oben sieht er einen Baum mit orangen, saftigen Früchten und landet mitten unter einer zeternden Vogelschar. Die Vögel unterrichten ihn darin, dass es bald sehr kalt werde sowie, dass Kinderhände Wundersames gestalten können. Und am Fenster neben dem Baum hatten Kinderhände Papierarbeiten befestigt. Eine zeigte einen weißen Vogel, in den sich der schwarze sofort verliebte. Einer alten überlieferten Überzeugung nach, seien Kinder Zauberwesen und was unter ihren Händen entstehe, habe unerwartete magische Kräfte. Und so entwickelt sich die Erzählung zu einem offenen Ende hin.

Franzobel: Phantastasia oder die lustige Geschichte über die Traurigkeit.

Hunde sind doch die besseren Menschen. Stefan Griebl alias „franzobel“ wuchs ab 1967 in Vöklabruck/OÖ auf, ist nachdem Geschichte- und GermanistikStudium seit 1989 freier Schriftsteller in Wien und war immer schon ein genialer Beobachter. Er hatte eine Unzahl von Hunde-Ge- und Verbotsschildern fotografiert und machte daraus 1995 sein phantasievolles Buch „Hundshirn“ (2015 neu ersch. Im Sisyphus Verlag). Darin beschreibt er S. 12 aus der Hundesicht die Rasse Mensch: „Männchen machend scharwenzeln sie, finden sich an jedem Ort. Der scheint ihr Reservat zu sein, ihr Artenschutz-Revier. Gigomanische Steine hat man ihnen ausgeschabt, dass sie darin häuslich werden, für draußen Büchsen, die toller laufen können als ein Hund. … uns wohl ähnlich … von oben mit Fell bewachsen ….

Franz Kafka: Ein Landarzt, Illustr. Kat Menschik

14 Erzählungen Kafkas, wie: Der neue Advokat, Ein Landarzt, Auf der Galerie, Ein altes Blatt, Vor dem Gesetz, Schakale und Araber, Ein Besuch im Bergwerk usw. – also auch durchaus Unbekanntes – ausgestattet mit jeweils 1-2 farbigen Illustrationen, sind es wert, gelesen zu werden. Sich malerisch an Kafka heranzuwagen, zeugt von großem Selbstvertrauen, noch dazu mit großem Selbstvertrauen an einen, der weder sich selbst noch jemand anderem vertraute.

Roswitha Klaushofer: Die Inseln

Weite statt Enge. Nach dem Lyrikband „Hinter dem Scheibenglas“ (Edition Tandem 2014) mit eigenen Zeichnungen hat nun Roswitha Klaushofer, Lyrikerin und Musikerin aus Zell a. See/Szbg. einen Gedichtband nach 16 losen Blättern von Wolfgang Seierl zusammengestellt. W. Seierl, geb. 1955 Wien, studierte Musik in Wien/Szbg.und Malerei an der Akademie der bildend. Künste Wien und hat mit der Lyrikerin die Musik als Verbindungsglied.

Schloss Leopoldskron. Geschichte und Gegenwart.

Sein kunstsinniger Neffe Franz Laktanz gestaltete Garten und Park nach der damaligen Mode und der dritte Schlossherr, Max Reinhardt, holte Vasen, Skulpturen und Figuren (teilweise aus NÖ, Schloss Thürnthal u.a.), baute eine umgebende Mauer, eine Bootsanlegestelle und holte u.a. 21 Orangenbäume, die 70 Jahre alt und z.T. 5 m hoch waren aus Schönbrunn. Sein geliebtes Juwel, das indirekt 1920 Salzburg die Festspiele gebracht hatte, musste er wegen der Nazifizierung aufgeben. Er trauerte sein Leben lang.