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Anneliese Merkac-Hauser: Fernweh sucht Heimweh

Texte schleppen dich in Träume. Die Lyrik Annelieses Merkac-Hauser, geboren 1952 in Grieskirchen/OÖ, Germanistin und Musikpädagogin in Salzburg und Viktrin/Klagenfurt, ist kein Genre, das Rosen streut und in der Natur Kraft schöpft. Ihre Lyrik ist viel differenzierter, viel weiter und essentieller. Sie schöpft und vergibt Kraft. Ihre Worte drücken Brennnesseln auf die nackte Brust – und das tut dennoch gut.

Hannes Vyoral: ein augenblick noch ewigkeit

Stille Reflexion: Vyoral wurde 1953 in Neu-Guntramsdorf/ NÖ geboren, ist Autor von ca. 40 Büchern, gründete mit Gerhard Ruiss u.a. 1982 die Organisation des „Ersten österreichischen Schriftstellerkongresses” und war Schriftführer der IG-Autoren, Lehrbeauftragter an den Instituten Publizistik, Germanistik und Politikwissenschaften in Innsbruck, Salzburg, Wien. Er gab diverse Nachschlagwerke aus dem Bereich bildende und angewandte Kunst und drei Ausgaben des „niederösterreichischen Kulturhandbuches” heraus und war 2005-17 Geschäftsführer beim Podium und publizierte die Lyrikbuchreihe „podium porträt” und „neue lyrik aus Österreich”. Seine Lyrikbände zuletzt: „weiß ist gedicht genug” 2013, Ed. Thurnhof; „sasso piano” 2017 Feribord Nr. 15; „jahrland. kalendergedichte” 2017 Ed. Lex Liszt und nun das Podium Porträt mit 58 Lyrikminiaturen.

Thomas Mulitzer : Tau

Auf den Spuren von Thomas Bernhards Icherzähler in „Frost“. In Bernhards Erstlingsroman, geschr. 1931, wird ein Student nach Weng/Szb. geschickt, um den Maler Strauch, der als krank und verrückt gilt, zu observieren. Der Maler zeigt in Wirklichkeit  in endlosen Monologen die Kälte der Menschen auf, berichtet vom Frost, der in die Seelen gezogen ist, vom Leiden, vom Eckel beim „Anblick der Fetzen von Kindern auf den Bäumen“ (nach dem I. WK geschr.) und von der Besessenheit der Menschen, die die Welt zur Hölle machen.

Zdenka Becker: An einem anderen Ort

Hätte ich an einem anderen Ort die sein können, die ich nicht war, oder bliebe ich die, die ich schon immer bin?“ – so der erste Satz zum von der Autorin aus Eger/ Tschechien, etwa 60 km entfernt vom seitherigen Ort ihres Wirkens und Tuns. Heißt es nicht vielmehr: Hätte ich die werden können, die ich nun bin? Ja, diese Frage stellt sich auch uns stets. Wer bleibt schon am Ort seiner Geburt und seines Aufwachsens? Ist es nicht von Vorteil in die Welt hinaus zu ziehen und eine andere zu werden, was ja sowieso gelingen wird?

Egyd Gstättner: Die Familie des Teufels

12 Erzählungen sind im neuesten Band des Kärntner Autors vereint. Er hat ausgiebigste Recherchen betrieben und Biografien in Teilen von literarischer Hätschelkindern (wie James Joyce, Autor des Ulysses, Arthur Conan Doyle, der Vater von Sherlock Holmes …) mit solchen eher unbekannterer Autoren (Unamuno) gemischt. Gestaffelt lässt er weitere literarische Figuren in die Welt eines der Autoren einziehen. Natürlich nicht langweilig biografisch, sondern verpackt in spannenden Zwiegesprächen, Gedankenströmen oder „Gschichten“!

Michael Burgholzer: 108

Grauslich gut! Michael Burgholzer, geboren 1963 in Linz, liebt Lyrik und erhielt zahlreiche Literaturpreise. Veröffentlichte zuletzt „Meine Reise zu den Nashörnern Österreichs”, 2017 Edition Art Science und zeigt mit diesem Titel schon Humor. Bei den vorliegenden 108 Texten ist der Humor abgrundtief. Er legt gereimte Lyrik, eventuell in Form von Sonetten, vor, wie auch Ungereimtes.