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Neujahrskonzert Tonkünstler unter Alfred Eschwé

Das Neujahr wurde wie seit über 20 Jahren fachgerecht von Alfred Eschwé begrüßt. Er dirigierte mit Leichtigkeit, klar ohne Schnörkel und mit feinsinnigem Humor und leichtlebigen Einsprengseln zu Werken, Komponisten und Literaten wie Nestroy oder Karl Valentin. Von Nestroy ließ er uns wissen: „Kunst ist, wenn man etwas nicht kann, sonst ist es ja keine Kunst“! und von Karl Valentin gab er als gute Wünsche für die Regentage des Neuen Jahres dem Publikum auf den Weg: „Ich freu mich, wenn es regnet! Denn wenn ich mich nicht freu`, regnet`s auch!

"Jazz meets Klassik"

Ein phänomenales Jazztrio (Nicolas Kendall, Charles Yang, Ranaan Meyer) = The Three! Und als Gast an den Drums Matthew Scarano - eine tolle Ergänzung zu den Tonkünstlern unter Keith Lockhart (BBC, Dirigent des Boston Pop orchestra, und künstlerischer Leiter des Brevard music center in Nord Carolinausw.)

Thomas Gansch: REVOLUTION- FROM VIENNA TO LIVERPOOL

Die drei Brüder Janoska und ihr Schwager Julius Darvas waren in der Oper von Sidney oder in New York in der Carnegie Hall und nun sind sie gutgelaunt für zwei Stunden bei uns in St. Pölten im Festspielhaus. Das Können auf der Violine oder die Töne des dunklen, warmen Kontrabasses und die enorme Geschwindigkeit auf den Tasten des Klaviers werden mit ungläubigem Staunen goutiert. Ihr Debütalbum von 2016 hatte sehr bald Gold-Status errungen und nun tragen sie aus dem zweiten Album von 2019 vor. Von Bach bis Beethoven und vom Kinderliedlein bis zu den Beatles, Georg Kreisler oder Cole Porter Kompositionen geht die Bandbreite. Hervorragend auch die eigenen Kompositionen, die sie z.T. für ihre Söhne komponierten. (z.B. ganz humorvoll und großartig das Stück „Prinz“ von Roman Janoska!)

23. Philosophicum 25. - 29. Sept. 2019

Die Werte der Wenigen. Eliten und Demokratie 

Eva Riebler berichtet für die LitGes St.P.
26.9., 9 Uhr am Rüfikopf Lech: Philosophieren in hoher Luft
Mit Chefredakteur/in des Magazins „Hohe Luft“ Thomas Vasek als Moderator und Rebecca Reinhard als Vortragende.

Rebecca Reinhard zum Thema: Wozu Philosophie in der Gesellschaft?
Der Philosoph ist nach- und Vordenker. Er will das Chaos ordnen, mit Klarheit die Probleme lösen, so Rebecca Reinhard. Weiters: das Jenseits seiner Prämissen zu leugnen ist Nonsens! Der Philosoph ist nicht Ordnungspolizist, soll nicht Elite sein, sondern gegen die Zirkulation des eigenen Denkens über das Denken hinausgehen. Nicht die Wirklichkeit in den Gedankenkontainer einpassen, sondern die Wirklichkeit erfragen. Nicht die Theorie zum Instrument machen, ohne sie auszuprobieren!

Erfrischende Gedanken, die das geschlossene und für Außenstehende unverständliche System des philosophischen Denkens durchleuchten und den Nutzen einfordern. Die Philosophie soll schließlich nicht nur eine akademische sondern auch eine Lebensphilosophie sein. Rebecca Reinhard beschäftigte sich 8 Jahre lang im Diskurs mir Onkologie- und Schizophrenie-Patienten, um nicht in die Falle der selbstgefälligen Philosophin zu tappen. Ihrer Meinung nach, soll die Philosophie nicht nur belehren, sondern sie ist lebbar.

Ludwig Wittgenstein meinte ja: „Philosophie hat nur Sinn, wenn sie Wert hat für das Leben der Menschen“.  Viktor Frankl forderte schon verständliche und relevante Philosophie. Sie kommt aus dem Verstand wie dem Gefühl.

Ein gutes Fazit: Die Philosophie soll sich von dem Absolutheitsanspruch verabschieden! 

European Union Youth Orchestra Abendkonzert 18.8.2019

Dieses zarte Auftragswerk, in dem eine Fanfare als Kontrapunkt zum Orchester von seitlich oben erklingt, ist sehr entbehrlich und erfüllt nicht die Erwartungen an den für Musik Adventure bekannten Composer in Residenc des Grafenegg Festivals 2019. Ein schwacher Klang, der zu Mahlers Fünfter hinführen soll, aber nur kläglich versickert und keine Lust vermittelt.

„Sensitiver Jazz!“

Der Pianist Mathias Rüegg hat in Arrangement von 15 Liedern Brahms, Schuberts und Schumanns sowie eines sogar von Heinrich Heine für diesen Abend bereitgestellt. Bereits 1969 bearbeitete er Schumanns Kinderlieder für seine damalige Rockband. 1977 gründete er und leitete bis 2010 das Vienna Art Orchester, für das er ebenfalls die Arrangements entworfen hatte. 2013 debütierte die Sängerin Lia Pale aus Wels/OÖ mit Rüeggs englischen Fassung der Winterreise Schuberts im Porgy & Bess in Wien.

Kinder des Olymp

Inmitten des II. WK hatten ein Regisseur, ein Schauspieler und ein Drehbuchautor das Bedürfnis einen Film über die unerfüllte Liebe des Pantomimen Jean-Gaspard Deburau zu entwickeln. Die Wirrnisse des Krieges waren kontraproduktiv, aber durch Übernahme durch eine andere Produktionsfirma, verfälschte Namensgebungen des jüdischen Komponisten und des jüdischen Filmarchitekten usw. gelang dem Regisseur Marcel Carné die Fertigstellung 1944 in Nizza just zur Zeit der Landung der Amerikaner in der Normandie. Dies mag verdeutlichen, dass in diesem Film-/Bühnenstoff keinerlei Politik vorkommen kann. Es ist die LIEBE und nur die LIEBE, auch die zum Theater, die Handlungsgegenstand ist.

„Es ist nicht alles Gold, was glänzt“ Ödipus/Antigone

Golden glänzen die kettenhemdartigen Kostüme im eher dunklen Bühnenraum. Auf der Drehscheibe haben alle Protagonisten, optisch sorgsam platziert, Stellung bezogen und das Aufdeckungsspiel beginnt. Wer ist Ödipus, welche Verbrechen sind ihm anzulasten und wie straft er sich selbst – so kurz wäre der erste Teil abzuhandeln. Er gerät jedoch mit über 1 ½ Stunden auch für die Klassik erprobten Zuschauer zu lang. Die klassischen Texte erfordern durch ihre Syntax und Semantik die ganze Aufmerksamkeit. Die klassische Variante des Bühnenspiels ohne Spektakel und Pathos, ohne Wechsel der Kostüme oder des Bühnenbildes ist einerseits wohltuend und dem Ernst des Inhalts geschuldet, andererseits einlullend stereotyp und lässt auch keine Zeit/keinen Raum für den Gegenwartsbezug (Fremder, Heimkehrer, Inzest, Einsicht-Buße …). Da hätte Alia Luque seine Inszenierung stark kürzen und raffen müssen und das Risiko des Verlustes der klassischen Authentizität eingehen müssen.