Othello
Wer ist Othello? Ein gefeierter Volksheld, der mehrere Seeschlachten für die Republik Venedig gewonnen hat? Ein siegreicher General, der mit strategischem Kalkül Venedigs Stellung als europäische Handelsmacht zwischen Ost und West festigen konnte? Oder nur ein Eindringling, der sich geschickt Zutritt zur venezianischen Oberschicht verschafft hat? Als Othello die Senatorentochter Desdemona heimlich zur Frau nimmt, wird aus verdeckten Ressentiments offener Rassismus.
Othello ist nun „the moor, the thicklips“. In der streng hierarchischen Männergesellschaft wird er zur Projektionsfläche für Neider und zur Zielscheibe für Missgunst und Hass gegen alles Fremde. Ohne sein Wissen schafft er sich Feinde, im privaten wie im beruflichen Umfeld. Die Liebe zu Desdemona bringt Othellos Nebenbuhler Rodrigo gegen ihn auf. Jago, sein Fähnrich, fühlt sich übergangen, da Othello einen Mitbewerber zum Leutnant befördert hat. Jago will Rache. Als Othello auf Zypern das venezianische Militär anführt, um den Angriff der Türken abzuwehren, gelingt es Jago, ein perfides Netz aus Fake News, Lügen und Intrigen zu spinnen. Er sät Zweifel an Desdemonas Treue und treibt damit Othello bis zum Äußersten.
Die 12 CELLISTEN der BERLINER PHILHARMONIKER
Weltberühmt und berührend in ihrer Einfachheit und Klarheit spielen die 12 Cellisten das Repertoire des Tangos, Blues, Rumbas, des Liedhaften oder schlicht und einfach Claude Debussy. Bekommt das Publikum den Inhalt der „Twelve Angry Men“ nach dem gleichnamigen Film von Henry Fonda, erklärt, kann es interessiert den Dialogen und dem Geplänkel der Cellos folgen und ist wahrhaft begeistert. Nach der Pause geht es maßgeschneidert mit Duke Ellington und Spirituals weiter.
DEMIAN, die Geschichte einer Jugend v. H. Hesse
Vertrauen statt Angst
Das Landestheater expandiert. Gerade für das Klassenzimmertheater ist eine weitere Schulstadt wie Tulln passend gewählt. Leider war das Interesse für so ein zeitgemäßes tolles Stück für die Unter- wie Oberstufe viel zu gering! Es hätte wirklich Aufmerksamkeit und Interesse verdient, denn die modern adaptierte Spielweise eines 100 Jahre alten Werkes, wie die überaus große schauspielerische Leistung von Philip Kelz würde die Jugend mitreißen und beeindrucken.
Jungle Book/Das Dschungelbuch
Alle, Schauspieler wie das Publikum, sind froh, dass es zu CoV-Zeiten Musiktheater gibt, wenn auch nur 700 Zuseher unter strengen Maßnahmen Einlass finden.
Gmunden Toscana-Congress Konzert 23.7.2020
Mit FRANZL ist Franz Schubert gemeint, denn Bryan Benner hat viele der 700 Lieder Franz Schuberts in bestes Englisch übertragen und sein dynamisches Team gibt Passagen mit den jeweiligen Instrumenten pointiert wieder. Großartig ist sein Bariton und die Textung ins Englische der Schillerschen Balladen. Sie zeigen eine Freude an der harmonischen Musik und eine Ehrung Schuberts Werke.
Konzert Willi Resetarits & Die raue Seele des Stubenblues
Statt Ernst Molden (krankheitshalber verhindert) und seiner Band inklusive Willi Resetarits sprangen die Stubenblues mit den drei Salzburgern Stefan Schubert als Konzertmeister/Gitarre, Peter Angerer/Percussion und Klaus Kircher/Bass ein.
BLACK
In seiner Trilogie „Black“, „Yellow“ und „Red“, den belgischen Nationalfarben, verarbeitet Regisseur Luk Perceval die Geschichte und Identität Belgiens. Der erste Teil „Black“ befasst sich mit dem kolonialen Erbe im Kongo. Bei der Berliner Kongo-Konferenz 1884/85 wurde dem belgischen König Leopold II der Kongo als Privatbesitz zugesprochen. Damit begann für die Bevölkerung des rohstoffreichen Landes ein Martyrium schrecklichen Ausmaßes: mit ungeheurer Brutalität wurde die gesamte Bevölkerung für die Kautschukernte herangezogen. Leopold II war verantwortlich für grausamste Menschenrechtsverletzungen. Im Mittelpunkt der bildstarken und musikalischen Inszenierung steht der afroamerikanische Missionar William Henry Sheppard, der dies dokumentierte und Aufmerksamkeit schuf für ein Verbrechen, das in Belgien bis heute weitgehend verdrängt wird.
FIGAROS HOCHZEIT, aber nicht die Oper
Nur sechs Schauspieler: ein wunderbarer Tilman Rose als revolutionärer Figaro, eine kecke, spritzige Marthe Lola Deutschmann als Susanne, ein starker, mächtiger Michael Scherff als Graf Almaviva, Katharina Haindl als Gräfin mit wunderbarem Sopran, Andreas Thiele als Cherubin und Antonio mit Falsett-Stimme und die Neuentdeckung Boris Fiala in weiblicher Rolle als Marcellina mit Wiener Dialekt.
Ballet BC Vancouver: Busk/ Bedroom Foolk/ Solo Echo
Drei Tanzchoreografien aus den Jahren 2009, 2015 und 2012 von drei Choreografinnen: Aszure Barton, Sharon Eyal und Crystal Pite zu völlig differenten Musikstücken von Camille Saint-Saens bis Brahms Cellosonaten in e-Moll oder F-Dur brachte Abwechslung und doch einen geschlossen Rahmen der Methode der Körperarbeit. Drei weibliche Choreografinnen, aus einer Generation kommend, haben ähnliche Position der Sichtweise, der Kreativität und des Spektrums der Einzelchoreografie in Beziehung zum Gesamtensemble.
Die Nibelungen
Nur vier Schauspieler: Hagen, Gunther, Kriemhild – mit Ensemblemitgliedern besetzt: Bettina Kerl, Philip Leonhard Kelz, Laura Laufenberg – und ein Neuzugang: Valentin Postlmayr als Barde/Sänger Volker oder als Brunhild, sowie eine gelbe Perücke, die von jedermann als König Siegfried identifiziert werden kann, sind die Meister der Bühne. Sie sind wirklich meisterhaft und gehen in ihren Rollen auf und wechseln blitzschnell diese und vermitteln unheimlich viel Spielfreude, Witz und Spaß!
Seitennummerierung
- Vorherige Seite
- Seite 8
- Nächste Seite