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GRAFENEGG SOMMERKLÄNGE

ORIGINAL PRAGUE SYNCOPATED ORCHESTRA

1974 von Pavel Klikar in Prag gegründet, mit dem Sänger  Matéj Smid, der a`la Max Raabe cool und mit Steppdance singt. Es sind die 20er Jahre, die mit Klavier, Sousaphon, Klarinette, Saxophon, Trompete und Posaune artgerecht und virtuos erklingen. Wunderbar sind Cole Porter oder Fats Waller im Schlosshof eine Stunde lang im Originalton präsent. Einfach hinreißend und stilistisch sattelfest!

GRAFENEGG joe zawinull

Nach der Zawinl All-Star Big Band mit Dirigent Markus Geiselhart hatte der Rhythmus schon das Publikum erfasst. Geiselhart von der UNI Wien für Musik und darstellende Kunst hatte seine jungen StudentInnen mitgebracht und die mischten kräftig und locker mit.

Abendkonzert Wolkenturm Royal Concertgebouw Orchesttra

Jörg Widmann: 5 Lieder aus dem Liederzyklus „Das heiße Herz“ für Bariton und Orchester

Widmann bewies einem so reichhaltigen Spektrum an tief traurigen Liebesliedern seine Reverenz. Verschiedene Dichtungen von Klabund, Clemens Bretano bis Heinrich Heine bannte er 2018 in eine Orchesterfassung. Wahrlich gelungen, oft volkstümlich und derb, ist diese romantische, äußerst traurige Liebeslyrik umgesetzt. Der Bariton Michael Nagy gestaltete wunderbar gesangliche Phrasen in verständlicher Art und Weise, die die Ironie der Texte, vor allem bei Heine, so richtig aufbrechen und zu Herzen gehen lässt.  Großartig!

Abendkonzert im Wolkenturm PHILHARMONIA ORCHESTRA LONDON

Edward Elgar: Konzert f. Violine und Orchestra h-Moll

Christian Tetzlaff, ein hoch dekorierter Geige, der mit den Wiener, Berliner Philharmonikern u.a. zusammen arbeitet,  war 2022/23 Portrait Artist des London Symphony Orchestra und legte eine virtuose, romantische und feinfühlige Interpretation des sehr schwierigen und über 40 Minuten langen Stückes vor. Er legte die Seele in die Kadenz und erzeugte die Weite des Erinnerns und der romantischen Geheimnisse. Eine traumhafte Solopartie!

Abendkonzert Rudolf Buchbinder und Luigi Gaggero

LUDWIG van BEETHOVEN: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5

Dies war sein letztes Konzert bevor Beethoven ganz taub wurde. Er vertonte den 2. Angriff der Truppen Napoleons auf Wien  und beginnt in Es-Dur in heroischer Manier. Diese imperiale Einleitung fand ihren Niederschlag im 2. Teil des Sissi Films als Kaiser Ferdinand  in die 4 Himmelsrichtungen sein kaiserliches Schwert erhob.

EUROPEAN UNION YOUTH ORCHESTRA 29.7.23

So viel gute Musik an einem Abend ist bewunderungswürdig! Nach den drei Französischen Musikern/Musikerinnen: Pauline Viardot mit Six Morceaux, Philippe Manoury, dem Komposer in Residenc  (1952) und Maurice Ravel: Introduction et Allegro im Reitsaal startete auf der Bühne des Wolkenturmes Ludwigs Beethovens Konzert für Violine und Orchester D-Dur. Die Solistin Julia Fischer war die ideale Besetzung. Sie zeigte ein Können und Durchhaltevermögen bei dem halb stündigen Solo, wie es wirklich eine Weltspitzen-Geigerin nur kann. Sie liebt das Arbeiten mit dem künstlerischen Nachwuchs. Im EUYO sind es immerhin 120 MusikerInnen zwischen 16 und 26 Jahren, die noch dankbar für Informationen und Tipps sind, wie es auch Dirigent Sir Antonio Pappano im Interview in der Late Night Session betonte: „Er freue sich, dass er vor allem die emotionale Kompetenz bei der Zusammenarbeit mit der Jugend erweitern und selbst erleben könne.“

GRAFENEGG ACADEMY ORCHESTRA 16.7.23

Das Ensembles der Grafenegg Academy ehrte nach Lotta Wennäkoski und neben Béla Bartók den Composer in Residence  Phillippe Manoury aus Frankreich mit einem sehr interessanten „Musique II“ für Blechbläser und Schlagwerk. Ein wirklich spannendes Stück, das auch die Bedeutung des Innehaltens, der Pause miteinbezog und dem Publikum das konzentrierte Zuhören abverlangte und  überaus belohnte.

Wiener Philharmoniker / Rudolf Buchbinder / Esa-Pekka Salonen

Der perfekte KLANG/KÖRPER

Eine Freude sind die Wiener Philharmoniker mit ihrem präzise gespielten Klang Bereits der Auftakt von Ravels „Le Tombeau de Couperin“ 1919im Wolkenturmeine wies eine überaus große Dichte auf. Er schuf diese Klaviersuite, die zu Beginn aus 6 Sätzen bestand und zu 4 verdichtet worden war, zu Ehren bekannter Gefallener des ersten Weltkrieges und verstorbener Größen aus seinem Bekanntenkreis. Sprudelnd und brillant schuf Ravel ein leichteres, sentimentales Menuet, dem ein Finale in Richtung Igor Strawinskis „Pulcinella“ folgte.

Auditorium / Matinee Kammermusik / Rudolf Buchbinder

Zwei Quintette für Klavier, zwei Violinen/ A. Power & J. Gil Rodriguez, Viola/ E. Ringstad und Violincello/ R. Gilliver standen auf dem Programm. Rudolf Buchbinder am Klavier war das bestimmende Glied, das für Frische und Tempo sorgte. Bei der Uraufführung im Gewandhaus in Leipzig saß die 24-Jährige Clara Schumann am Klavier, der Robert Schumann das Klavierquintett widmete. Heute wie damals war es ein voller Erfolg mit vielerlei Facetten, von nachdenklich, melodisch bis stürmisch aufbrausend und im zweiten Satz trauernd. Zum Finale hin drängend und kräftig.