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Drei Schwestern

„WODKA, TANZ und SEX; SPIELEN und VERSPIELEN – oder – von der WIEDERHOLUNG der WIEDERHOLUNG“

Die Sehnsucht ist es, die sie treibt! Rückwärtsgewandt nach Moskau und vorwärts genauso in die Metropole Moskau. Sie sind die drei Schwestern, denen sich stets Unbill in den Weg stellt. Der Bruder verspielt ihr Haus, die Schwägerin agiert kalt, herzlos und wird stets brutaler. Die Liebe ist nicht mehr was sie einst zu sein schien und wird nur mehr von dem Ehemann Maschas, der mittleren der drei Schwestern, und vom Bruder Andrej fast scheinheilig und situationsfremd, stilistisch hochgehalten.

Othello

Wer ist Othello? Ein gefeierter Volksheld, der mehrere Seeschlachten für die Republik Venedig gewonnen hat? Ein siegreicher General, der mit strategischem Kalkül Venedigs Stellung als europäische Handelsmacht zwischen Ost und West festigen konnte? Oder nur ein Eindringling, der sich geschickt Zutritt zur venezianischen Oberschicht verschafft hat? Als Othello die Senatorentochter Desdemona heimlich zur Frau nimmt, wird aus verdeckten Ressentiments offener Rassismus.

Othello ist nun „the moor, the thicklips“. In der streng hierarchischen Männergesellschaft wird er zur Projektionsfläche für Neider und zur Zielscheibe für Missgunst und Hass gegen alles Fremde. Ohne sein Wissen schafft er sich Feinde, im privaten wie im beruflichen Umfeld. Die Liebe zu Desdemona bringt Othellos Nebenbuhler Rodrigo gegen ihn auf. Jago, sein Fähnrich, fühlt sich übergangen, da Othello einen Mitbewerber zum Leutnant befördert hat. Jago will Rache. Als Othello auf Zypern das venezianische Militär anführt, um den Angriff der Türken abzuwehren, gelingt es Jago, ein perfides Netz aus Fake News, Lügen und Intrigen zu spinnen. Er sät Zweifel an Desdemonas Treue und treibt damit Othello bis zum Äußersten.

DEMIAN, die Geschichte einer Jugend v. H. Hesse

Vertrauen statt Angst

Das Landestheater expandiert. Gerade für das Klassenzimmertheater ist eine weitere Schulstadt wie Tulln passend gewählt. Leider war das Interesse für so ein zeitgemäßes tolles Stück für die Unter- wie Oberstufe viel zu gering! Es hätte wirklich Aufmerksamkeit und Interesse verdient, denn die modern adaptierte Spielweise eines 100 Jahre alten Werkes, wie die überaus große schauspielerische Leistung von Philip Kelz würde die Jugend mitreißen und beeindrucken.

BLACK

In seiner Trilogie „Black“, „Yellow“ und „Red“, den belgischen Nationalfarben, verarbeitet Regisseur Luk Perceval die Geschichte und Identität Belgiens. Der erste Teil „Black“ befasst sich mit dem kolonialen Erbe im Kongo. Bei der Berliner Kongo-Konferenz 1884/85 wurde dem belgischen König Leopold II der Kongo als Privatbesitz zugesprochen. Damit begann für die Bevölkerung des rohstoffreichen Landes ein Martyrium schrecklichen Ausmaßes: mit ungeheurer Brutalität wurde die gesamte Bevölkerung für die Kautschukernte herangezogen. Leopold II war verantwortlich für grausamste Menschenrechtsverletzungen. Im Mittelpunkt der bildstarken und musikalischen Inszenierung steht der afroamerikanische Missionar William Henry Sheppard, der dies dokumentierte und Aufmerksamkeit schuf für ein Verbrechen, das in Belgien bis heute weitgehend verdrängt wird.

FIGAROS HOCHZEIT, aber nicht die Oper

Nur sechs Schauspieler: ein wunderbarer Tilman Rose als revolutionärer Figaro, eine kecke, spritzige Marthe Lola Deutschmann als Susanne, ein starker, mächtiger Michael Scherff als Graf Almaviva, Katharina Haindl als Gräfin mit wunderbarem Sopran, Andreas Thiele als Cherubin und Antonio mit Falsett-Stimme und die Neuentdeckung Boris Fiala in weiblicher Rolle als Marcellina mit Wiener Dialekt.

Die Nibelungen

Nur vier Schauspieler: Hagen, Gunther, Kriemhild – mit Ensemblemitgliedern besetzt: Bettina Kerl, Philip Leonhard Kelz, Laura Laufenberg – und ein Neuzugang: Valentin Postlmayr als Barde/Sänger Volker oder als Brunhild, sowie eine gelbe Perücke, die von jedermann als König Siegfried identifiziert werden kann, sind die Meister der Bühne. Sie sind wirklich meisterhaft und gehen in ihren Rollen auf und wechseln blitzschnell diese und vermitteln unheimlich viel Spielfreude, Witz und Spaß!

Kinder des Olymp

Inmitten des II. WK hatten ein Regisseur, ein Schauspieler und ein Drehbuchautor das Bedürfnis einen Film über die unerfüllte Liebe des Pantomimen Jean-Gaspard Deburau zu entwickeln. Die Wirrnisse des Krieges waren kontraproduktiv, aber durch Übernahme durch eine andere Produktionsfirma, verfälschte Namensgebungen des jüdischen Komponisten und des jüdischen Filmarchitekten usw. gelang dem Regisseur Marcel Carné die Fertigstellung 1944 in Nizza just zur Zeit der Landung der Amerikaner in der Normandie. Dies mag verdeutlichen, dass in diesem Film-/Bühnenstoff keinerlei Politik vorkommen kann. Es ist die LIEBE und nur die LIEBE, auch die zum Theater, die Handlungsgegenstand ist.