Attilio Bertolucci: In unsicherer Zeit
Momentaufnahmen aus dem italienischen Alltag, dem Durchstreifen der Natur und dem steten Beobachten als Voraussetzung fürs Poetische. Die Sprache Bertoluccis gibt mehr her, als es scheint. Sie verbirgt auch mehr und poetisiert, wo unglaublich einfache Dinge berührt/erzählt werden. Bertolucci, könnte man meinen, bearbeitet anspruchslose Themen, verinnerlicht sie und hebt sie durch die eigenen Augen gesehen wieder ins rechte Licht der Sprache und des Ausdrucks.
Harald Vogl: bandsalat & bildgewitter
Harald Vogel aus Steyr lebt in Amstetten publiziert in Literaturzeitschriften und Anthologien und legte nach 2017 „Im stillen weiß ungelesener blicke” 2018 seinen zweiten Lyrikband vor.
Markus Grundtner: Die Dringlichkeit der Dinge
Liebe und Recht, Lebenslust und Juristerei – wie geht das Match aus, wenn ER Hardcore Jurist und SIE Liebhaberin des Lebens ist? Jedenfalls zehren Juristenjahre mehr aus als Menschenjahre. So sieht Klaudia, die Lehrerin für Italienisch und Latein in Wien werden will, das Äußere des um 10 Jahre jüngeren Mathias. Er steht am Anfang seiner Karriere als Anwalt. Beim Ablegen der letzten Monsterprüfungen fällt ihm wieder ein, dass er eigentlich wie sein Vater Polizist werden wollte. Doch gerade sein Vater stellt fest: „Entscheide dich, entweder als Polizist das Recht vor dem Menschen zu schützen oder als Anwalt den Menschen vor dem Recht.”
Manichi Yoshimura: Kein schönerer Ort.
Katastrophe vorbei? Es ist eine Zwischenzeit, eine Zeit der Ängste, des Verschweigens, Verdeckens und Sterbens. Niemand wird angeklagt, kein Schuldiger genannt und doch weiß der Leser um den totalitären Staat und seine Unterdrückungsmechanismen. Jede Reaktor-Katastrophe mag gemeint sein, jedenfalls ist es anlässlich der Reaktorkatastrophe Fukushima vom 11.3.2011 in Japan geschrieben und 2018 ins Deutsche übersetzt worden.
Rolf Gregor Seyfried: Das Ende des Festes
Stellen Sie sich vor, Sie gehen jeden Mittwoch zur selben Zeit in die Wohnung des Nachbarn und nehmen dort ein Edbeerjoghurt aus dem Kühlschrank und essen es genüsslich. Die Frage ist dann, was tun mit dem leeren Becher? Was wird er Nachbar dazu sagen? Er sagt, nichts, er grüßt Sie weiterhin freundlich am Gang – oder war das soeben nicht wirklich eindeutig freundlich? - Und schon sind Sie mitten in der Handlung, Teil der Handlung. Nicht minder skurril ergeht es Ihnen, wenn das Spiegelbild NEIN sagt, während Sie JA gesagt haben. Sie sich nackt auf einer leeren Straße in einer verlassenen Stadt befinden und - ja die Gedanken fordern eine Fortsetzung der Geschichte….
Egyd Gstättner: Mein Leben als Hofnarr
Es ist verdammt hart, vom Schreiben als Autor leben zu wollen. Auch wenn man sein 18. literarisches Werk herausgibt und diverse Kolumnen schreibt/schreiben will, ist man den Zumutungen des Literaturbetriebes ausgeliefert. Diese Zumutungen und wie man sich darüber (nicht)ärgert und ständig in den Arsch beißt – das ist diesmal Gstättners Thema.
Hg. Josef Linschinger: gemeinsam mit gomringer
Wer ist Eugen Gomringer? Ist er nur Schriftsteller oder Begründer der Konkreten Poesie? Geb. 1925 in Bolivien, im fränkischen Rehau wirkend und wohnend traf er ab 1990 mit dem, ebenfalls an der Konkreten Kunst arbeitenden Kunstprofessor aus Linz – mit Josef Linschinger – zusammen.
Jonathan Perry: Oder anderes Glück
„Sich mitteilen: ein Schatten, der in 100 kleine Fliegen zerstiebt.” S. 33. Ja so schwierig sieht der Autor in seinem fünften Gedichtbändchen das Mitteilen. Jonathan Perry wohnt in St. Pölten, ist Autor/Musiker und seit 2020 Mitherausgeber der Lyrikzeitschrift BRACHE.
Manfred Becker-Huberti: Heiliger Nikolaus
Auf dem Weg zum Himmel bleiben. Dabei soll der Hl. Nikolaus helfen! Der Legende nach hat er drei Töchtern eines verarmten Vaters vor der Schande bewahrt und drei unschuldige Feldherren gerettet, wenn man als historische Vorlage Nikolaus, geb. 270 in Patras, der um 300 Bischof von Myra wurde, hernimmt. Die historischen Lücken wurden mit Legenden aufgefüllt, bzw. mit der Person des 200 J. später lebenden Nikolaus von Sion verknüpft. Jedenfalls ist der Hl. Nikolaus in der Ostkirche derart verehrungswürdig, dass es in einem russisch-bulgarischen Scherzwort heißt: Wenn Gott stirbt, dann wählen wir den hl. Nikolaus zu seinem Nachfolger!
Hollie Hughs/Sarah Massini (Ill.): Lena und der Dinosaurier
Das Kinderzimmer verlassen und auf Reisen gehen! Ja, welches Kind möchte nicht seine Träume Wirklichkeit werden lasssen und vielleicht einen Dinosaurier ausgraben?
Seitennummerierung
- Vorherige Seite
- Seite 2
- Nächste Seite