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SASHA WALTZ & GUESTS

Sasha Waltz ist aus Berlin als Künstlerische Leiterin des Staatsballetts und der Sophien Säle Berlin genauso wie von zahlreichen Aufführungen in St. Pölten bekannt. Unter der Leitung von Maestro Teodor Currentzis spielte das Ensemble musicAeterna anlässlich seines 250. Geburtstages 2021 Beethovens siebte Symphonie und Sasha Waltz interpretierte zwei Sätze. Nun gibt es die Fortsetzung, allerdings nicht neben dem Apoll-Tempel und dem Orakel zu Delphi, sondern auf der Festspielhausbühne St. Pöltens. – Welche Ehre, welche Freude!

RACHID OURAMDAN Corps extrémes. Der momentane

Der Choreograf Rachid Ouramdane widmete sich diesmal dem Extremsport des Highline und Kletterns. Highline ist Laufen über Schluchten. Bei der  ersten Weltmeisterschaft, 2022 in München, kamen die besten Highliner zusammen, jedoch wurde nur 65 m gelaufen oder im Freestyle bewältigt. Auf der Videoprojektion vor Ort im Festspielhaus sah man 1,6 km gespannte Doppelleine, die trotz Wind gemeistert wurde! Ein unglaubliches Gefühl der Spannung und eine Sicht in die Gedankenwelt des Akrobaten wurden vermittelt. Es geht um das Gefühl der Freiheit und auch der Angst. Existentielle Fragen und Probleme verändern sich während der Anstrengung gegen die Schwerkraft.

GISELLE

Narratives Tanztheater zwischen Spitzen-Tanz und zeitgenössischem.

Akram Khan reizte es das klassische Ballettstück Giselle in die Jetztzeit zu stellen. Die romantische Liebe aus dem Stück von 1841 hat keinen Platz. Genauso wenig wie die Großgrundbesitzer. Sie werden umfunktioniert zu visuell prächtigen Fabriksbesitzer, die jedoch genauso in das Leben der Armen, in diesem Fall der Fabriksarbeiter, eingreifen. Giselle ist kein armes Dorfmädchen, sondern wie die Frauen rund um Akram Khan eine starke, unbeugsame, selbstbewusste Frau.

Last and First Men

Dass Jóhannsson mit seinem letzten opulenten Werk sein eigenes Requiem schieb, macht besonders betroffen. Kommend aus Reykjavik war er Rockmusiker, dann Komponist von Theatermusik und  Kurzfilmen. Da er später elektronische Klänge sowie die Sciencefiction-Literatur von Olaf Stapledon liebte, verband er beides mit der Monumentalkunst aus dem Bildband Spomenik (mit 65 Fotografien brachialer Denkmäler am Balkan) und schuf einen neuen Soundtrack. Bereits für die Biografie Stephen Kings Die Entdeckung der Unendlichkeit hatte er die Filmmusik konzipiert und nun bewies er sich auch als Regisseur.

FASO, DANSE, THÉATRE: WAKATT

Emotion ist Tanz

Wegen Corona verschoben, gelangte das Programm „Wakatt„ 2020 in Düsseldorf zur Uraufführung und nun erst nach Österreich zur Premiere ins Festspielhaus St. Pölten. Es stellt musikalisch wie choreografisch eine Brücke zwischen Afrika und Europa her und bringt vor allem Elemente aus Burkina Faso zu uns

SIDI LARBI CHERKAOUI : EASTMAN

Wertvolle REFLEXION und MEDITATION auf dem alten Dachboden.

Drei Flämische Künstler - der bildende Künstler Hans Op de Beeck, der Musiker Floris De Rycker und der Modedesigner Jan-Jan Van Essche – gemeinsam mit Sidi Larbi Cherkaoui auf der Suche nach Traditionen und Wurzeln. Was ist meine Identität? Wie definiere ich sie, vor allem wenn Kunst keine Grenzen kennt. Außerdem entsteht Kunst dort, wo verschiedene Einflüsse aufeinander treffen. – Die beschäftigt Sidi Larbi Cherkaoui immer schon – und diesmal hat er es umgesetzt: Die Eigenart des Flämischen gefunden und sich auch mit dem Konfliktpotential einer Truppe aus der Ukraine, dem Kongo, Kanada, Deutsch- und Russland, Japan, Israel oder Amerika auseinander gesetzt. Auch der Gegensatz zwischen dem präsenten Mann und der bevormundeten Frau durch die Jahrhunderte wird spürbar. Betrachtet wird von außen und von innen, als Sightseeing Tour und als Einzelner, Einzelne. Auch die Erinnerungen sind vielfältig und das Fließen von einem Zustand in den anderen, von einer Zeit in die nächste oder vorige ist Spannung pur.

Neujahrskonzert mit Caroline Melzer und Alfred Eschwé

Ein bewegendes Programm von Franz v. Suppé , Puccini oder Bizet bis Helmesberger, Dvorak, Rimski-Korsakow, Schmetterer, Léhar, Joh. Strauss Vater und Sohn sowie die obligaten Neujahrskonzert-Zugaben – wie alljährlich wundervoll, pointiert kommentiert und zusammengestellt von Alfred Eschwé. Seine kurzen Statements und Hinweise machen das Publikum aufmerksam auf Details – ob der Kuckuck  in Joh. Strauss: Polka francaise „Im Krapfenwaldl“ in  einen Wettstreit mit anderen Vogelstimmen verfällt – oder ob Joh. Strauss Vater nach Recycling-Manier in 14 kleinen Stücken immerhin 10 Komponisten verbratet.

DAS FRÜHLINGSOPFER/COMMON GROUNDS

Der Sohn der 2009 verstorbenen Ikone Pina Bausch lud 137 TänzerInnen ein, aus denen dann 38 schwarzafrikanische TänzerInnen als finales Ensemble zusammengestellt wurden, das Le Sacre du Printemps von Igor Strawinski nach der Choreografie seiner Mutter zu tanzen. 1975 bereits hatte diese dieses Werk choreografiert und nun sollte es das erste Mal nur von Schwarzen getanzt werden. Salomon Baush besuchte Germaine Acogny in ihrer afrikanischen Tanzschule École des Sables in der Nähe von Dakar, die sie gemeinsam mit ihrem Mann aufgebaut hatte, nachdem die zeitgenössische Tanzschule Mudra Afrique, die sie 5 Jahre leitete, ihre Tore schließen hatte müssen.